"Those who cannot remember the past are condemned to repeat it." (George Santayana, 1905)

(Wer sich der Geschichte nicht stellt, muss sie noch einmal durchleben.)
Das Jahr 2019 ist ein schwulenhistorisch- und schwulenpolitisches  Jubiläumsjahr:

50 Jahre erste Reform des § 175 StGB,
50 Jahre Stonewall Riots,
25. Jahre Aufhebung des § 175 StGB
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Während die Ereignisse im und um Stonewall Inn in der Bundesrepublik Deutschland erst später rezipiert wurden, dann aber eine große Wirkung entfalteten, hatte die erste Reform des § 175 StGB für in Westdeutschland lebende Männer, die Sex mit Männern hatten, unmittelbar große Bedeutung – soweit sie volljährig, das bedeutete damals 21 Jahre alt waren. Eine zweite Reform vier Jahre später setzte die Altersgrenze auf 18 Jahre fest. Und erst 25 Jahre nach der ersten Reform wurde der § 175 StGB im Zuge der Vereinigung Deutschlands  ganz aufgehoben.

 

 

Man muss Zeitgenosse gewesen sein, um die Wirkung der Reformen und der Aufhebung des Schwulenparagraphen auf die davon betroffenen Männer ermessen zu können. Umso erstaunlicher ist, dass dieser Ereignisse im Jahr 2019 kaum gedacht wird. Die Verdienste all derer, die an der Überwindung der Schwulenkriminalisierung und Schwulendiskriminierung (oftmals unter großen persönlichen Opfern) beteiligt waren, scheinen in unserer geschichtsvergessenen Zeit nicht mehr der Rede wert zu sein.

In unserer Veranstaltung zum CSD 2019 wollen wir einen Beitrag
zur Aufarbeitung unserer Geschichte leisten.